Firmengründung Schweiz, Schweizer Holding, Schweizer GmbH oder AG gründen

Firmengründung Schweiz: Zum Standort Schweiz

Firmengründung Schweiz: Standort Schweiz aus steuerlicher Sicht  

Firmengründung Schweiz: Zum Thema Standort Schweiz

Aus steuerlicher Sicht bietet die Schweiz zahlreiche Vorteile, aber auch Nachteile:

1. Vorteile

  • Stabile Wirtschaft und Demokratie, stabile Banken (hohes Rating)
  • Die Schweiz unterhält mit vielen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen, auch mit Deutschland
  • Die Gesamtsteuerlast der Unternehmensbesteuerung ergibt sich aus Bundessteuer + Kantons- und Gemeindesteuer und beträgt z.B. im Kanton Zug ca. 15,5%. Die Gesamtsteuerlast kann – je nach Kanton- zwischen ca. 13- 30% betragen. Schweizer Holdinggesellschaften bleiben unter bestimmten Voraussetzungen hinsichtlich vereinnahmter Dividenden steuerfrei.
  • Verbundene Unternehmen Schweiz und EU:

Anzuwenden ist: Aufhebung der Quellensteuern auf Zahlungen von Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren zwischen verbundenen Kapitalgesellschaften im Verhältnis zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und der Schweiz.

Der Artikel 15 des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über Regelungen, die den in der Richtlinie 2003/48/EG des Rates vom 3. Juni 2003 im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen festgelegten Regelungen gleichwertig sind (vgl. Systematische Sammlung des Bundesrechts (SR) 0.641.926.81, Amtliche Sammlung des Bundesrechts (AS) 2005 S. 2571, abgekürzt „ZBstA“) schliesst im Verhältnis zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der Schweiz gegenseitig die Erhebung von Quellensteuern auf Zahlungen von Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren zwischen Kapitalgesellschaften aus, die zu 25 % oder mehr untereinander am Kapital beteiligt sind.

2. Nachteile

  • Da die Schweiz nicht zu EU gehört: Keine Positivwirkung der EU Niederlassungsfreiheit /EU Rechtschutz, Negativwirkung nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung (in Deutschland §8 AStG), sofern nur passive Einkünfte in der Schweiz und beherrschender Einfluss z.B. eines Deutschen Steuerpflichtigen
  • Sofortbesteuerung der stillen Reserven beim Wegzug in die Schweiz möglich
  • Negativwirkungen nationaler Regelungen zur Funktionsverlagerung, in Deutschland §1 AStG (Deutsches Außensteuergesetz)
  • Quellensteuer bei Dividendenausschüttungen aus dem Schweizer Unternehmen, sofern nicht EU-Sachverhalt: Besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen kann die Quellensteuer gemäß DBA reduziert werden (an natürliche Person: 15%, an juristische Person: 5-10%), besteht kein DBA: 35% Quellensteuer
  • Quellensteuer an in der Schweiz ansässige natürliche Person: 35%
  • Damit das z.B. Deutsche Finanzamt die Schweizer Betriebsstätte steuerlich anerkennt, ist ausreichender Substanz Escape in der Schweiz erforderlich (Büro und Angestellte, Fremdvergleichsgrundsatz)
  • Die Schweiz hat das neue OECD CRS unterzeichnet und beginnt spätestens 2017 mit dem automatischen Austausch von Konteninformationen

Vermeidung der rechtswidrigen Zwischengesellschaft in der Schweiz

Eine rechtswidrige Zwischengesellschaft liegt bei einer reinen Briefkastengesellschaft, ohne Substanz Escape vor oder wenn die Annahme besteht, dass die Gesellschaft von Deutschland aus „ferngesteuert“ wird. Da keine Positivwirkung der EU-Niederlassungsfreiheit /EU Rechtschutz, sind die Anforderungen an den Substanz Escape entsprechend hoch: Mietbüro mit Mietvertrag zwischen Vermieter und Schweizer Gesellschaft. GGF. kann ein virtuell Office bei einem Schweizer Business Center ausreichend sein, sofern auch ein voll eingerichtetes Büro dauerhaft angemietet wird.

Grundsätzlich sind die Fremdvergleichsgrundsätze einzuhalten. Es muss ferner dargestellt werden, dass eine aktive Geschäftsführung in der Schweiz besteht. Bei Treuhand-Lösungen daher mindestens ein aktiver lokaler Geschäftsführer, der Verträge zeichnet, besser ein angestellter Geschäftsführer. Das Gehalt darf nicht lächerlich gering sein, so das man schon aufgrund des Gehaltes auf eine Treuhand schliessen kann.

Firmengründung Schweiz: Wie prüft das Deutsche Finanzamt?

Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit großer Auskunftsklausel und den zusätzlichen Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland über den Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten, sind Auskünfte relativ leicht zu erhalten. Grundsätzlich wird geprüft:

  • Ist die geschäftliche Oberleitung tatsächlich in der Schweiz belegen?: Lokal ansässiger Geschäftsführer mit vergleichbarem Gehalt, lenkt erkennbar die Geschicke der Gesellschaft (Artikel 5 Doppelbesteuerungsabkommen: Ort der geschäftlichen Oberleitung als Ort der Betriebsstätte)
  • Substanz Escape in der Schweiz: Handelt es sich um einen reinen „Briefkasten“ oder sind im Rahmen eines Fremdvergleichs entsprechende Büroräume in der Schweiz angemietet und ggf. Angestellte? Nachweise: Mietvertrag und Nachweis über Mietzahlungen, ggf. Angestelltenverträge und Lohnkonten
  • Greift die Deutsche Hinzurechnungsbesteuerung nach §8 AStG? : Beherrschender Einfluss und nur Passiveinkünfte nach AStG.

Firmengründung Schweiz: Holding in der Schweiz und Massnahmen der Verschmelzung/Anteilstausch und Gesellschafter-Fremdfinanzierung bei werthaltigen Deutschen Kapitalgesellschaften

Sofern die Deutsche Kapitalgesellschaft werthaltig ist, muss die Schweizer Holding die Assets der Deutschen Kapitalgesellschaft erwerben. Massnahmen der Verschmelzung /Anteilstausch und Gesellschafter-Fremdfinanzierung (steuerneutraler Übertrag der Assets auf die Holding) wie bei EU-Zwischenholdings sind nicht möglich.

Firmengründung Schweiz: Alternativen zur Firmengründung Schweiz für z.B. Deutsche Mandanten

Grundsätzlich gestaltet sich eine Firmengründung in der EU für EU-Ansässige vorteilhafter:  

  • Positivwirkung der EU-Niederlassungsfreiheit, EU-Rechtschutz, EU-Mutter-Tochter-Richtlinie, keine Negativwirkungen nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung (in Deutschland § 8/2 AStG), sofern ausreichend Substanz-Escape im EU-Ausland: http://www.etc-lowtax.net/astg.htm
  • Keine Besteuerung der stillen Reserven beim Wegzug ins EU Ausland: Es darf steuerrechtlich keinen Unterschied geben, ob z.B. eine Hamburger GmbH nach München verlegt wird oder nach Malta. Die EU-Niederlassungsfreiheit erlaubt sogar die gezielte Ausnutzung des Steuergefälles durch Gründung von EU-Auslandsgesellschaften (EuGH-Entscheidung Cadburry Schweppes).

Niedrigsteuerländer in der EU sind:

  • Madeira und die kanarische Sonderzone ZEC  (5% Steuern, jedoch mit Auflagen hinsichtlich Mitarbeiter und Investitionen). Die ZEC gehört nicht zum umsatzsteuerrechtlichen Gemeinschaftsgebiet.
  • Bulgarien (10%)
  • Ungarn (10%)
  • Gibraltar (10%). Keine Umsatzsteuer. Gibraltar gehört nicht zum umsatzsteuerrechtlichen Gemeinschaftsgebiet
  • Zypern und Irland (12,5%)
  • Malta mit dem Malta Holding-Modell (5% Steuern)
  • Slowakei 23%
  • Tschechien mit 19%
  • Lettland mit 15%
  • Sonderfall: UK-Agency-Konstruktion: Es können bis 80% der Gewinne auf eine Offshore-Gesellschaft (Nullsteuer-Oase) „verlagert werden“. Allerdings hohe Voraussetzungen hinsichtlich Substanz-Escape der englischen Ltd. und vor allem der Offshore-Gesellschaft (Fremdvergleichsgrundsätze).  
  • GGF. kommt noch Liechtenstein (EWR) mit 12,5% Körperschaftssteuer in Frage.

Als internationale Steuer-und Anwaltskanzlei gründen wir für Mandanten Gesellschaften in der Schweiz, einschließlich aller Dienstleistungen. Diese Seite beschäftigt sich mit dem Standort Schweiz und deren Vorteilen

Business Center in der Schweiz: Vom virtuell Office bis zum voll eingerichteten Büro. Verhinderung der Annahme der rechtswidrigen Zwischengesellschaft (Briefkasten-Firma).
Rechtsanwälte und Steuerberater sorgen für die korrekte Ausgestaltung Ihrer Gesellschaft in der Schweiz: Verhinderung der Annahme der rechtswidrigen Zwischengesellschaft.