Firmengründung Schweiz, Schweizer Holding, Schweizer GmbH oder AG gründen

Firmengründung Schweiz – Schweizer GmbH oder AG

Firmengründung Schweiz: Allgemeine Einlassungen zur Firmengründung in der Schweiz und/oder Installation einer Schweizer Holding

Allgemeine Einlassungen zur Firmengründung in der Schweiz und/oder Installation einer Schweizer Holding

Viele Mandanten wünschen die Gründung einer Betriebsstätte  oder die Installation einer Holdinggesellschaft in der Schweiz. Dieses kann Sinn machen, muss aber nicht. Grundsätzlich sind folgende Faktoren zu bedenken:

-Die Schweiz gehört nicht zur europäischen Union, mithin:

  • Keine Wirkung der EU-Niederlassungsfreiheit und/oder Urteile des EuGHs zur Niederlassungsfreiheit. Eine in der Schweiz belegende Betriebsstätte muss also über ausreichende „Substanz“ verfügen, um die Annahme des Gestaltungsmissbrauchs zu verhindern (in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb). Ansonsten droht die Ignorierung der Schweizer Betriebsstätte im Rahmen des Durchgriffs. Entsprechend sind die Fremdvergleichsgrundsätze anzuwenden
  • Keine Wirkung der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie (steuerfreie Vereinnahmung von Dividenden zwischen Kapitalgesellschaften in der EU, unter den Voraussetzungen der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie)

Davon abweichend: „Aufhebung der Quellensteuern auf Zahlungen von Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren zwischen verbundenen Kapitalgesellschaften im Verhältnis zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und der Schweiz“. 

Diese Regelung greift allerdings nur, sofern die Schweiz mit dem EU-Land des Dividendenempfängers ein Doppelbesteuerungsabkommen unterhält. Ist dieses nicht der Fall (z.B. Zypern): 35% Quellensteuer bei abfließenden Dividenden in der Schweiz in den ersten zwei Jahren (Steuerrückerstattung nach zwei Jahren möglich). Diese Regelung greift ferner nur dann, sofern Mutter- und Tochtergesellschaften keine rechtswidrigen Zwischengesellschaften sind.

-Wirkung nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung:

  • In Deutschland §8 AStG (Deutsches Außensteuergesetz) bei beherrschenden Einfluss eines Deutschen auf die Schweizer Kapitalgesellschaft und nur passive Einkünfte in der Schweiz

-Keine Wirkung der EU-Fusionsrichtlinie, mithin

  • keine Verschmelzung bzw. Gestaltung mittels Anteilstausch- und Gesellschafter-Fremdfinanzierung möglich. Eine Schweizer Holding müsste also die Assets der nicht Schweizer Tochter erwerben

Innerstaatliche Quellensteuer und Quellensteuer bei Dividendenausschüttungen

  • Innerstaatlich greift die 35%tige Quellensteuer bei Dividendenausschüttungen an einen Schweizer.
  • Dividendenausschüttungen im DBA-Sachverhalt: 5-10% Quellensteuer bei juristischer Person im Ausland, 15% Quellensteuer bei natürlicher Person im Ausland, gemäss Ausführungen im jeweiligen DBA. Anrechnungs- oder Freistellungsmethode können die Quellensteuerbelastung entsprechend reduzieren.
  • Dividendenausschüttungen im Nicht-DBA-Sachverhalt: 35%tige Quellensteuer in der Schweiz 

Firmengründung Schweiz und Wirkung nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung

Da die Schweiz nicht der EU angehörig ist, greifen die nationalen Regelungen der Hinzurechnungsbesteuerung, in Deutschland zentral §8 AStG: Hat ein Deutscher (natürliche oder juristische Person) beherrschenden Einfluss (mehr als 50% Anteile) an einer Schweizer Kapitalgesellschaft , deren grundsätzliche Besteuerung niedriger als 25% ist und erwirkt die Schweizer Kapitalgesellschaft nur passive Einkünfte nach Aktivkatalog 8 AStG , werden die Dividenden der Deutschen Besteuerung unterzogen, auch wenn nicht ausgeschüttet wird (fiktive Ausschüttungsbesteuerung). Außerdem: Besteuerung mit Einkommenssteuer und nicht Abgeltungssteuer oder Teileinkünfteverfahren, sofern natürliche Person oder Besteuerung mit Körperschaftssteuer, sofern juristische Person.

Vorteile einer Firmengründung in der Schweiz

Vorteilhaft gestaltet sich die im Verhältnis geringe Steuerlast in einigen Kantonen in der Schweiz, so dass die Gesamtsteuerlast z.B. in Obwalden oder Zug um die 13-15,5% liegen kann. Ergänzend die geografische Nähe zur Schweiz, Rechtssicherheit, immer noch sehr gutes Bankgeheimnis, im Verhältnis niedrige Lohnstück- und Produktionskosten, lange Maschinenlaufzeiten. Im Kontext der Gründung einer Holdinggesellschaft werden Schweizer Holdinggesellschaften nicht besteuert. In manchen Kantonen besteht die Möglichkeit, eine Pauschalsteuer auf der Ebene der natürlichen Person zu vereinbaren. Allerdings müssen die Einkünfte dann schon „dominant“ sein.

Alternativen zur Firmengründung Schweiz

Firmengründung in der EU, durch EU-Ansässige:

Positivwirkung der EU-Niederlassungsfreiheit, EU-Rechtschutz, EU-Mutter-Tochter-Richtlinie, keine Negativwirkungen der Deutschen Hinzurechnungsbesteuerung nach §8 AStG, sofern ausreichend Substanz-Escape im EU-Ausland.  

Die EU-Niederlassungsfreiheit erlaubt sogar die gezielte Ausnutzung des Steuergefälles durch Gründung von EU-Auslandsgesellschaften (EuGH-Entscheidung Cadburry Schweppes).  

In jedem Falle darf es sich bei der ausländischen Gesellschaft nicht um eine rechtswidrige Zwischengesellschaft handeln, vgl. Anlage und/oder: http://etc-lowtax.net/rechtswidrige_Zwischengesellschaft.htm .  

Eine solche rechtswidrige Zwischengesellschaft liegt bei einer reinen Briefkastengesellschaft, ohne Substanz Escape vor und/oder wenn die Annahme getroffen werden kann, dass die Gesellschaft vom Ausland aus (z.B von Deutschland aus) „ferngesteuert wird“.  

Ausnahme: Es handelt sich im Ausland um eine Produktionsstätte, eine Stätte zur Ausbeutung von Bodenschätzen, ein Land-oder forstwirtschaftlicher Betrieb, eine Bauausführung länger als 9-12 Monate Dauer oder eine feste Geschäftseinrichtung in der die Tätigkeiten des Unternehmens ausgeführt werden (z.B. ein Hotel): Dann immer Betriebsstätte im Ausland, unabhängig vom Ort der geschäftlichen Oberleitung.

Niedrigsteuerländer in der EU/EWR  

Niedrigsteuerländer in der EU sind: Madeira und die kanarische Sonderzone ZEC  (5% Steuern, jedoch mit Auflagen hinsichtlich Mitarbeiter und Investitionen), Bulgarien (10%), Zypern und Irland (12,5%) oder Malta mit dem Malta Holding-Modell (5% Steuern).

Die Slowakei und Tschechien besteuern Unternehmen mit 19%.  

GGF. kommt noch Liechtenstein (EWR) mit 12,5% Körperschaftssteuer in Frage.

Firmengründung schweiz: Grundsätzliche Einlassungen zur Firmengründung in der Schweiz, Vor-und Nachteile einer Firmengründung in der Schweiz oder Holding

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